Abschied aus Daxlanden
Nach 18 Jahren geht Pfarrer Paul Dölken in den Ruhestand - Im Karlsruher Stadtteil Daxlanden geht eine Epoche zu Ende. Nach 18 Jahren wurde am vergangenen Sonntag (11. Januar) Pfarrer Paul Dölken (70) in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview mit kath-karlsruhe blickt er auf seine Zeit in Daxlanden zurück.
Herr Pfarrer Dölken, nach 18 Jahren als Seelsorger verlassen Sie demnächst Daxlanden. Wie geht es Ihnen mit diesem Schritt?
Dölken: Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Das merke ich jetzt vor allem daran, dass ich die 18 Jahre in der Rückschau gar nicht als einen solch langen Zeitraum empfinde. Die Zeit ist wirklich vorbeigeflogen. Insofern fällt mir der Abschied schwer. Dennoch freue ich mich auch darauf, dass ich künftig weniger Termine habe und mehr zur Ruhe kommen kann.
Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Tage in Daxlanden?
Es war spannend ... Ich kam damals aus dem eher beschaulichen Gottenheim am Kaiserstuhl nach Daxlanden und musste mich durchaus ein wenig herantasten. Ich weiß noch, wie mich anfangs die Größe der Kirche wie auch der Gemeinde sehr beeindruckt haben.
Wie haben Sie die Daxlander kennengelernt?
Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Besonders gut hat mir immer gefallen, dass Daxlanden ein Dorf im positiven Sinne geblieben ist. Hier ist noch Nähe erfahrbar. Beim Einkaufen etwa trifft man immer jemanden, mit dem man einen freundlichen Plausch halten kann. So bin ich hier bald heimisch geworden.
Was waren für Sie die wesentlichen Etappen Ihrer Zeit als Pfarrer hier?
Dazu gehören die Kirchenrenovationen, die ich zu betreuen hatte. Das betraf die große Heilig-Geist-Kirche sowie die Lieblingskirche der Daxlander, die Valentinskirche. Auch in St. Barbara war einiges zu tun. Das waren jeweils große Herausforderungen, die wir jedoch in der Gemeinde gemeinsam gut und auch mit Freude bewältigt haben. Nur wenn alle mitziehen, ist so etwas schließlich zu stemmen.
Zuletzt kam eine weitere Herausforderung hinzu: Daxlanden bildet mit St. Thomas Morus (Oberreut) und St. Josef (Grünwinkel) die Seelsorgeeinheit Karlsruhe Südwest, eine der größten im Dekanat Karlsruhe. Wie ging es Ihnen als Leiter dieser Einheit?
Das hat wirklich sehr vieles verändert, und die Zeit für die einzelne Gemeinde wird dadurch leider weniger. Man muss aufpassen, dass man in dieser Situation nicht „fahrig“ wird - also nur noch zwischen den einzelnen Pfarreien und von Termin zu Termin fährt. Meine Anregung wäre wirklich, dass man in Seelsorgeeinheiten einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat bildet, um die Zahl der Sitzungen zu reduzieren.
Über die Grenzen der Seelsorgeeinheit hinaus sind Sie bekannt in der Sonderseelsorge: für den Sportverband DJK, für Gehörlose, für Schausteller. Auch haben Sie immer wieder Pilgerreisen auf Diözesanebene begleitet ...
Ich habe das sehr gerne gemacht und werde die Sonderseelsorge teilweise auch fortführen. Denn durch diese Aufgaben habe ich immer wieder neue Impulse bekommen, die auch in die Arbeit vor Ort gewirkt haben.
Wie geht es bei Ihnen nun weiter?
Ich werde nach Lörrach ziehen und in der Seelsorge für eine Ordensgemeinschaft sowie natürlich auch am Ort selbst helfen. Ansonsten hoffe ich, die Gegend dort mit meinem Rennrad erkunden zu können. Das habe ich hier schon so gehalten: Meistens montags habe ich eine zig Kilometer absolviert – und konnte so für die nächsten Aufgaben auftanken.
Interview: Stephan Langer

