Verabschiedung von Pfarrer Dorbath und Pfarrer Peisker
Mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang auf dem Kirchenvorplatz wurden am 18. Juli die beiden Pfarrer der Seelsorgeeinheit Waldbronn-Karlsbad verabschiedet. Wie bereits gemeldet, wechseln Josef Dorbath (rechts) und Bernd Peisker an den Hochrhein und sind künftig in Efringen-Kirchen / Istein tätig. Sie waren vor elf beziehungsweise zwölf Jahren ins Albtal gekommen.
Für die Gläubigen in der Seelsorgeeinheit bedeutet dies in doppelter Hinsicht eine Zäsur: So müssen sie sich nicht bloß nach gut einem Jahrzehnt von zwei geschätzten Pfarrern verabschieden. Sondern mit dem Wechsel ist auch verbunden, dass künftig nur noch ein einziger Priester in der Seelsorgeeinheit arbeiten wird. Torsten Ret wird die Stelle nach den Sommerferien antreten, wie kath-karlsruhe ebenfalls schon berichtet hat.
Der neue Pfarrer dürfe sich auf eine reizvolle Aufgabe freuen, finden Pfarrer Dorbath und Pfarrer Peisker. Schließlich sind in der Seelsorgeeinheit zwei Orte mit recht verschiedener Tradition zusammengefasst: das überwiegend „katholische“ Waldbronn einerseits und auf der anderen Seite Karlsbad, wo die Katholiken in der Minderheit sind. „In Karlsbad war ich erst der dritte katholische Pfarrer seit der Reformation“, schmunzelt Josef Dorbath. Doch trotz des unterschiedlichen Hintergrunds hätten die Gemeinden seit Errichtung der Seelsorgeeinheit im Jahr 2004 gut zueinander gefunden, freut sich Bernd Peisker.
Als Pfarrer sei man immer zugleich Erntearbeiter und selbst Sämann, sagen die beiden Geistlichen. Das bedeutet, dass man auf dem aufbauen könne, was die Vorgänger gewirkt haben. Genauso versuche man, eigene Impulse zu setzen. Für ihre Zeit in Waldbronn-Karlsbad blicken die beiden auf einen Glaubenskurs zurück, auf Einkehrtage mit dem Pfarrgemeinderat, überhaupt auf gute Begegnungen – sowie insbesondere auf bewegende Gottesdienste, etwa mit Kindergartenkindern oder Schülern. Dankbar sind Josef Dorbath und Bernd Peisker auch für die „kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit“ gerade mit Ehrenamtlichen.
Selbstverständlich stellen sich auch im Albtal dieselben Herausforderungen, mit denen die Kirchen allgemein zu kämpfen haben. Dazu gehört die Frage, wie der Glaube an die junge Generation weitergegeben werden kann. Hinzu kommt: Die Reduzierung auf künftig nur noch einen Priester in der Seelsorgeeinheit macht es nicht einfacher. Für die Gläubigen sei die entsprechende Nachricht schon ein „Schock“ gewesen, räumt Pfarrer Dorbath ein. Eine neue Aufteilung der Aufgaben sei wohl unumgänglich. „Unser Nachfolger kann ja nicht 100 Beerdigungen im Jahr halten“, sagt Bernd Peisker. Um den Übergang für den neuen Pfarrer zu erleichtern, wird Peisker übrigens noch einige Monate länger in der Seelsorgeeinheit bleiben.
Der Abschied fällt Josef Dorbath und Bernd Peisker nicht leicht. „Hier hatte ich die bisher schönste Zeit meines Lebens“, sagt Pfarrer Dorbath sogar. Dennoch: nach einer Dekade sei es für einen Seelsorger – und für seine Gemeinden - eigentlich angesagt, die Stelle zu wechseln. Hinzu kommt, dass die beiden Priester künftig in der Johannesgemeinschaft, in der sie seit langem geistlich miteinander verbunden sind, neue Aufgaben übernehmen sollen. Dieses Säkularinstitut und der angeschlossene Verlag ist vor allem in Freiburg und Basel vertreten – und damit in unmittelbarer Nähe zu ihrem künftigen Wirkungsort Efringen-Kirchen / Istein.
Text und Foto: Stephan Langer
Hinweis: Die Verabschiedungsfeier für Pfarrer Josef Dorbath und Pfarrer Bernd Peisker beginnt am Sonntag, 18. Juli, mit dem Festgottesdienst um 9.30 Uhr in der St. Wendelin-Kirche in Reichenbach.

