Dekanat Karlsruhe macht eigenen Vorschlag zur geografischen Weiterentwicklung der Seelsorgeeinheiten
Mit einem eigenen Vorschlag reagiert die katholische Kirche in Karlsruhe auf den Anhörungsentwurf der Bistumsleitung zur geografischen Weiterentwicklung der Seelsorgeeinheiten. Das entsprechende Schreiben von Dekan Hubert Streckert an das Erzbistum Freiburg erhielt am 3. Februar einhellige Zustimmung sowohl der hauptberuflichen als auch der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Vorschlag sieht vor, die Zahl der Seelsorgeeinheiten im Dekanat von 18 auf 13 zu reduzieren. Um dies zu erreichen, soll unter anderem eine große Seelsorgeeinheit in Karlsruhe geschaffen werden, die von Knielingen bis in die Südstadt reichen wird und mehr als 31.000 Gläubige umfasst. Veränderungen kommen laut diesem Vorschlag auch auf Ettlingen zu, wo es künftig nur noch zwei statt bisher drei Seelsorgeeinheiten geben könnte. Anders als in dem Entwurf der Bistumsleitung werden in dem eigenen Vorschlag des Dekans keine bestehenden Seelsorgeeinheiten getrennt.
Entwickelt wurde diese Alternative in einem intensiven Diskussions- und Konsultationsprozess. Er hatte begonnen, nachdem das Erzbistum im vergangenen Herbst seinen Anhörungsentwurf vorgelegt hatte. Darin ist eine weitreichende Neugliederung der Seelsorgestrukturen in Karlsruhe beschrieben. Unter anderem sollten die Grenzen des Dekanates verändert und bestehende Seelsorgeeinheiten wieder aufgelöst werden, was zu teils massiver Kritik seitens der betroffenen Pfarrgemeinden geführt hat. Hintergrund für die Änderung ist die Anpassung der Zahl der Seelsorgeeinheiten auf die Zahl der zur Verfügung stehenden Priester.
Seit September hatte sich Dekan Streckert nun für eine einvernehmliche Antwort des Dekanates auf den Entwurf der Bistumsleitung eingesetzt. Das Thema löse in den Pfarrgemeinden große Verunsicherung aus, erklärte er bei der Vorstellung seines Schreibens in den Gremien der hauptamtlichen (Dekanatskonferenz) sowie der ehrenamtlichen Mitarbeiter (Dekanatsrat) am Mittwoch, 3. Februar. Insbesondere werde immer wieder die Sorge geäußert, nicht mehr ausreichend auf lokale Besonderheiten und Identitäten eingehen zu können.
Hubert Streckert machte deutlich, dass man sich nicht in der Diskussion um Strukturen verlieren dürfe. Die Weiterentwicklung der Seelsorgeeinheiten sei in erster Linie die Suche nach einer neuen Gestalt von Kirche. Bei allen Veränderungen müsse daher der eigentliche Auftrag der Kirche der Maßstab sein: das Evangelium zu verkünden und für die Menschen da zu sein. „Wir werden diese Aufgabe nur dann meistern können, wenn uns bewusst ist, wer unser Meister ist und dass es um sein Reich geht“, so der Dekan.
Nach den positiven Voten sowohl der Dekanatskonferenz als auch des Dekanatsrates auf den Vorschlag wird Dekan Streckert sein Schreiben nun an die Bistumsleitung schicken. Eine Entscheidung dort wird für den Frühsommer 2010 erwartet.
Stephan Langer

