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Dienstjubiläum: Seit 30 Jahren prägt Schwester Hildgunde die Kirchenmusik in Karlsruhe-Rüppurr

Sie hat maßgeblichen Anteil daran, dass ihre Pfarrei – neben St. Stephan in der Innenstadt - das zweite Zentrum der Kirchenmusik in Karlsruhe ist. Auch auf Diözesanebene hat sie Spuren hinterlassen. Am 2. Februar beging Schwester Hildgunde ihr 30. Dienstjubiläum in Christkönig, Karlsruhe-Rüppurr.

Dienstjubiläum: Seit 30 Jahren prägt Schwester Hildgunde die Kirchenmusik in Karlsruhe-Rüppurr

Schwester Hildgunde

Es ist nur eine kleine Geste … „Ich lasse die Tür auf, damit Sie den Weg gut finden“, hat Schwester Hildgunde angekündigt. Und tatsächlich: Der Besucher muss nicht lange in der Winterkälte suchen. Da ist die offene Tür, und da kommt ihm Schwester Hildgunde auch schon entgegen – herzlich lächelnd, die Augen strahlen fröhlich.

Vielleicht machen Eindrücke wie dieser am besten deutlich, welch freundliche und gewinnende Persönlichkeit Schwester Hildgunde Wagner ist – und warum so viele von ihr schwärmen. Man spürt, dass sie einen tatsächlich willkommen heißt, dass sie sich ihrem jeweiligen Gegenüber wirklich zuwendet.

In diesem Umstand liegt für einen Reporter aber auch eine besondere Herausforderung. Schließlich will er ja ein Porträt schreiben und daher möglichst viel von seinem Gesprächspartner wissen. Aber Schwester Hildgunde stellt sich nicht gerne selbst in den Mittelpunkt. Fragt man nach ihrem Lebensweg, so erzählt sie von dem, was ihr die Schönstätter Marienschwestern ermöglicht haben. Spricht man sie auf ihr kirchenmusikalisches Wirken an, schiebt sie bescheiden ihre Sänger in den Vordergrund.

Solche Wesenszüge sind selten geworden in der heutigen Zeit. Doch dort, wo sie anzutreffen sind, entsteht eine besondere Atmosphäre. Da ist dann der Raum, an dem – mit Gottes Hilfe - etwas wachsen kann.

So war es schon damals, als Schwester Hildgunde im Alter von 35 Jahren in den Karlsruher Stadtteil Rüppurr kam. Geboren und aufgewachsen im schwäbischen Deggingen (Landkreis Göppingen) hatte sie schon früh Kontakt zur Jugendbewegung von Schönstatt, sie wurde Gemeindereferentin und trat 1964 den Marienschwestern bei. Zugleich brachte sie von zuhause die Begeisterung und das Talent für die Musik mit. Bei Schönstatt wurde dies gefördert, man ermöglichte Schwester Hildgunde eine akademische Ausbildung an der Musikhochschule.

Als sie dann am 2. Februar 1979 ihren Dienst als Kirchenmusikerin in Karlsruhe-Rüppurr antrat, konnte sie sofort einiges bewegen. Bald hatte sie die Zahl der Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores verdoppelt, ebenso stellte sie gleich einen Kinderchor auf die Beine. Später folgten weitere Ensembles, und auch die musikalische Qualität wurde bald in der Region bekannt.

Wie sie das geschafft hat? Die persönliche Ansprache sei wichtig, sagt Schwester Hildgunde. Außerdem sei das rechte Maß zu beachten: „Einen Chor muss man fordern, darf ihn aber nicht überfordern.“ Und stets müssten sich Sänger und Kirchenmusiker bewusst sein, dass sie Gott und den Menschen dienen. Sein Mit-tun sei daher auch unerlässlich: „Man muss intensiv um Gottes Segen bitten und seinen Geist wirken lassen.“

Da ist es wieder – das freundlich-aufgeschlossene, aber auch zurückhaltend-bescheidene Wesen von Schwester Hildgunde. Sie packt entschlossen an - weiß aber zugleich, dass letztlich nicht alles von ihr allein abhängt. In dieser Haltung hat sie zuletzt einige Funktionen auf Dekanats- und Diözesanebene abgegeben beziehungsweise will dies demnächst tun. (Pueri cantores, Cäcilienverband, Kommission für Kirchenmusik).

Diese Abschiede bedeuten übrigens nicht, dass Schwester Hildgunde demnächst in Ruhestand gehen wird. Auch im Alter von bald 66 Jahren geht sie nach wie vor Neues an, wie etwa jüngst die Mitarbeit am diözesanen Kinderchorbuch. Sie wird also auch künftig ihre Spuren in der Kirchenmusik hinterlassen: in Karlsruhe und darüber hinaus. Wie und wo dies sein wird – man wird es hören. Denn, wie sagt Schwester Hildgunde: „Ich habe immer Noten dabei.“

Stephan Langer
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