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"Glaube, der nach Freiheit schmeckt"

Am 18. Februar war Andreas Knapp (Foto) in Karlsruhe. Zusammen mit seiner Mit-Autorin Melanie Wolfers hat er sein neues Buch vorgestellt. In "Glaube, der nach Freiheit schmeckt" (so der Titel) erschließen die beiden den christlichen Glauben.

Die zahlreichen religionskritischen Beiträge und Bücher, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden und zum Teil auf breites Interesse stießen, mögen für gläubige Christen eine Provokation sein. Aber vielleicht ist es eine heilsame Provokation. Denn die Argumente der  Religionskritiker - und seien sie noch so oberflächlich - zwingen dazu, den eigenen Glauben noch einmal durchzubuchstabieren. Rechenschaft darüber zu geben, warum der Glaube das Leben nicht ärmer, sondern reicher macht. Warum der Glaube nicht einengt, sondern befreit. Warum er den Frieden befördert und nicht die Gewalt. Was es mit dem Gott der Bibel auf sich hat. Und mit Jesus. Wer war er? Was wollte er? Warum musste er sterben? Und wie soll man sich vorstellen, dass er auferweckt wurde? Zuletzt: Welche Bedeutung hat er für das eigene Leben? Was heißt es, ihm zu begegnen und mit ihm Freundschaft zu schließen?

Solche Fragen auf redliche Weise zu beantworten – das ist eine Herausforderung. Andreas Knapp, Jahrgang 1958, Priester der Erzdiözese Freiburg, früherer Direktor des Freiburger Theologenkonvikts Collegium Borromaeum und seit 2000 Mitglied im Orden der Kleinen Brüder vom Evangelium, gehört zu denjenigen, die sich dieser Herausforderung schon seit längerem ganz bewusst stellen. Zusammen mit drei Mitbrüdern wohnt er in einem Plattenbau in Leipzig. In einer Stadt, in der die Konfessionslosen – seien sie nun erklärte Atheisten oder Skeptiker und Zweifler - die klare Mehrheit bilden.  

Aber wer weiß, vielleicht leben ja auch im scheinbar katholisch geprägten Wien inzwischen gar nicht viel weniger Atheisten, Zweifler und Skeptiker als in Leipzig. Melanie Wolfers, Jahrgang 1971, wird ihnen dort wohl immer wieder begegnen. Auch sie hat, wie Andreas Knapp, eine ungewöhnliche kirchliche „Karriere“ hinter sich. Nach Theologiestudium und Promotion arbeitete sie als Hochschulseelsorgerin in München, bevor sie sich 2004 den Salvatorianerinnen anschloss und zunächst in Palästina Sozialarbeit leistete. Inzwischen leitet sie ein  Projekt ihres Ordens für junge Erwachsene in der österreichischen Hauptstadt. 

Was Andreas Knapp und Melanie Wolfers, den „Mönch“ und die „Nonne“ verbindet, ist das Anliegen, ihren christlichen Glauben innerhalb eines modernen Weltbilds zu denken und gegenüber den heutigen Zeitgenossen ins Gespräch zu bringen. Deshalb haben sie sich in Anlehnung an den biblischen Schöpfungsbericht zunächst selbst sieben Tage Zeit genommen, um miteinander über Gott und die Welt zu reden. Herausgekommen ist ein spannendes, ja faszinierendes Buch, das sich ausdrücklich als „Einladung an Zweifler und Skeptiker“ versteht. 

„Glaube, der nach Freiheit schmeckt“ – so lautet der Titel dieses Buches. Den beiden Ordensleuten gelingt darin ein weit ausgreifender, anregender und befreiender Entwurf des Glaubens. Und das in einer Sprache, die nicht wolkig-spiritualisierend, sondern authentisch, spannend und humorvoll daher kommt. Allein die Kapitel über Jesus sind so etwas wie ein Glaubenskurs im besten Sinne. Nicht nur für die  „Abständigen“, sondern gerade auch die Christen. Für diejenigen, die „glauben, dass sie an Gott glauben“ und die das, was sie glauben, tiefer verstehen wollen. 

Text und Foto: Michael Winter (Konradsblatt)

Das Buch von Andreas Knapp und Melanie Wolfers ist im Pattloch Verlag, München, erschienen: 280 Seiten, 16,95 Euro.

Die Buchvorstellung findet am Donnerstag, 18. Februar 2010, um 19 Uhr im Dekanatszentrum Karlsruhe statt (dort im Stephanssaal). Gemeinsame Veranstaltung des Katholischen Dekanates Karlsruhe, des Bildungszentrums, des Roncalli-Forums und der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG).

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