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Karlsruher Vesperkirche mit Gottesdienst beendet

Mit einem ökumenischen Gottesdienst ist am Sonntag, 7. Februar 2016 die dritte Karlsruher Vesperkirche zu Ende gegangen. Einen Monat lang bekamen in der evangelischen Johannes-und-Paulus-Kirche in der Karlsruher Südstadt Arme und Bedürftige mit Essen, Lebenshilfe und Beistand.

In den Mittelpunkt der Predigt stellte Pfarrerin Lara Pflaumenbaum ein großes bemaltes Kreuz, das von Gästen der Vesperkirche gestaltet und während des Gottesdienstes in der Kirche aufgestellt worden war. Das Kreuz sei der Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Paulus spreche im ersten Korintherbrief von einer besonderen „Kraft des Kreuzes“. In der Tat sei das Kreuz weit mehr als ein Folterinstrument. Jesus Christus habe daran sterben müssen, weil er nicht in das Bild der übrigen Menschen gepasst habe. „Menschen, die nicht ins Bild passen, werden häufig beiseite geschoben.“ Aber der Gekreuzigte habe weitergelebt. Darin liege die eigentliche Leuchtkraft des Kreuzes, so Pfarrerin Pflaumenbaum: „Es gibt uns die Kraft, Durststrecken zu überwinden und weiterzumachen.“

Immer wieder komme es vor, dass man sich frage: „Warum muss ich so leiden? Was soll das noch alles? Was soll das für ein Gott sein, der mir das zumutet?“ Darauf könne das Kreuz zwar keine Antwort geben, aber eine Richtung weisen: „Nicht Macht zählt, sondern was zählt, ist Ohnmacht auszuhalten.“ Das Schwierige sei, vor der inneren Leere nicht wegzurennen und sie nicht mit allerlei Dingen, mit Beschäftigungen, Konsum oder gar Drogen zu füllen, sondern damit zurecht zu kommen. Vor dieser Aufgabe stünden Arme und Reiche gleichermaßen, so Pflaumenbaum.

Der katholische Dekan Hubert Streckert betonte in seinem Grußwort, dass die Vesperkirche zwar formell eine Veranstaltung der evangelischen Kirche, in der Praxis jedoch eine zutiefst ökumenische Veranstaltung sei: „Denn wo es um den Menschen geht, da rückt die Konfession in den Hintergrund. Besonders passend sei es, dass in der katholischen Kirche in diesem Jahr das „Jahr der Barmherzigkeit“ als außerordentliches Heiliges Jahr begangen werde. Barmherzigkeit bedeute, dass „die Liebe zum Handeln kommt,“ so der Dekan. „Barmherzigkeit soll in unserem Umgang miteinander etwas wie das Passwort sein. Wenn der Schlüssel die Barmherzigkeit ist, dann kommt Gott ganz von selbst ins Spiel.“

Zur Eröffnung des Jahrs der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus in Rom neben den Heiligen Pforten in den vier Hauptkirchen eine fünfte Tür zur Heiligen Pforte erklärt. Dabei handelt es sich um den Eingang zur Obdachlosenunterkunft in der Nähe des römischen Hauptbahnhofs. Dies zeige den Menschen in Karlsruhe, dass es viele Heilige Türen in der Stadt gebe, sagte Dekan Streckert. Auch der Eingang zur Vesperkirche sei einen Monat lang eine „Heilige Pforte der Barmherzigkeit“ gewesen. Er wünsche sich, dass es in Karlsruhe noch viel mehr dieser Türen gebe und die Menschen immer wieder die Erfahrung machen: „Mitmenschlichkeit stärkt und ermutigt.“

Zur Internetseite der Karlsruher Vesperkirche

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